Heimatfreunde  B y r t z e


Nostalgie wachgerufen

Hubert Schmitt wurde von den Heimatfreunden BYRTZE zum Ehrenvorsitzenden ernannt




Vorsitzender Klaus-Peter Pulcher (rechts) erhebt Hubert Schmitt in den Stand eines Ehrenvorsitzenden. Foto: Siegfried Wenisch

Voll geschichtlich orientiert, gab es jetzt nach „nur“ zehn aktiven Jahren der Byrtze-Heimatfreunde Büdesheim beim „Mini-Jubiläum“ über vereinswichtige Ereignisse in der noch vergleichsweisen jungen Geschichte der Vereinigung zu berichten. Dieser Historien-Part war Sache von Josef Decker, der hatte die „kleine“ Chronik liebevoll aufbereitet, beinhaltend auch eine herzliche Würdigung für Hubert Schmitt, dem Mitbegründer und Ersten Vorsitzenden in seinem vertrauten „Biddesem“.

Decker arbeitete heimisch-dialektisch, chronologisch, baute kundige Betrachtungen auf, in lockerer Form dargestellt und in einem Reigen, gewürzt von liebenswerten Begebenheiten und mit herzlichem Heimatgefühl. Die noch junge Geschichte, wohl allen Heimatfreunden in jedweder Form bekannt, hat dabei in den Herzen der zahlreichen Gäste, besonders bei der älteren Generation, „Nostalgie“ wachgerufen. Althergebrachtes, zum Schmunzeln und zum Lachen, kleine Anekdötchen und immer wieder gern gehörte „Vergessenheiten“, wurden jetzt in der Jubiläumszusammenkunft im Büdesheimer Hildegardishof wach, damit letztlich der Name „Schmitt“ hier ehrende Anerkennung erfahren durfte. Er ist damit der erste belobigte Ehrenvorsitzende in der jungen Byrtze-Geschichte.

Pflege des Brauchtums und des Dialekts

Der Büdesheimer Buchbinder-Meister, in der Szene mehr als „ehrenwert“ zu bezeichnen, hat die nahe und fernere Geschichte „seiner“ Heimatgemeinde, nicht allein mit dem Buch „2 000 Jahre Geschichte um Büdesheim“ in vielen Variationen beleuchtet und dokumentiert, lesenswert und für alle informativ gestaltet.

Viele Erforschungen der Heimat haben sein Wirken geprägt, unter der Prämisse: erhalten und gestalten, Pflege des Brauchtums und des Dialektes, und letztlich dazu beigetragen, „Gleichgesinnte“ auf den Plan zu rufen. Denn dafür setzt sich der Kenner und „unauffällige“ Heimatdichter heute noch ein, wenn den 84-Jährigen auch die „Gesundheitsbremse“ manchmal daran hindert. Hubert Schmitt mobilisierte alle möglichen Fundstellen und -orte im heimischen Land, nicht allein in der Zeit seines Byrtze-Vorsitzes. Er war sich letztlich absolut gewiss, vieles und Bemerkenswertes aus dem Dunkel der heimischen Historie ausgegraben zu haben. „Ich bin mir sicher, da schlummern doch noch ungeahnte Vergessenheiten der heimischen Geschichte in den Annalen“, vermutet Schmitt, obwohl vor ihm der heimische Geschichtsforscher Josef Trablè bereits einst wertvolle Vorarbeit in vielen Variationen geleistet hatte.

Seine Nachforschungen in jedweder Form zu intensivieren, war dem Büdesheimer Historiker gerne Verpflichtung. Da ging es oft um „alte“ Momente, waren sie auch noch so klein. Sie fanden in der Büdesheimer Lektüre ihren gern gelesenen Niederschlag. Ja, jetzt haben die Büdesheimer Bytzler ihren „Ehren-Schmitt“.

Vorsitzender Klaus-Peter Pulcher überreichte die Ehrenurkunde, fand Worte des Dankes in einer Laudatio auf eine ehrwürdige Vergangenheit „ihres“ Hubert auf dem historischen Weg des Byrtze-Mitgründers, der da sagte, der Heimatverein sei weiterhin auf einem guten Weg, auch in der neuen Konstellation; da werden noch vielfältige Aktivitäten folgen.

Quelle: Allgemeine Zeitung Rhein-Main-Presse

     



Zur Geschichte

Der Ursprung des Dorfes Büdesheim ist eigentlich immer noch nicht richtig erforscht und liegt weitgehend im Dunkel der Geschichte. Es kann aber angenommen werden, dass dem Kloster Lorsch  frühestens 767 von verschiedenen Gruppen Büdesheimer Besitz geschenkt wurde, die eine eigene Existenz des Ortes garantierten. Zahlreiche Bodenfunde belegen bereits zur Römerzeit Siedlungen auf Büdesheimer Gebiet. Die den Heiligen Aureus und Justina geweihte Pfarrkirche am östlichen Ende des Ortes wurde erstmals 1184 urkundlich erwähnt. Aus dieser Zeit stammt noch der romanische Kirchturm. Im 12. Jahrhundert erbaute man nahe der Kirche eine Burg, die seit 1290 unter dem Namen Wineck (=Weinecke) urkundlich belegbar ist. Das Rathaus am  Ende der „Unnergass“ wurde 1539 auf den Fundamenten eines Gerichtshauses erbaut, das schon 1441 Erwähnung fand. Zahlreiche große Guts- und Adelshöfe im Ort zeugen von einer reichen mittelalterlichen  Vergangenheit Büdesheims, in der sich der Klerus nach und nach in den Besitz des einst königlichen Grundes zu setzen wusste, so dass die Einwohner zu deren Leibeigenen herabsanken. Erst 1797 wurden die Kur- und Mainzer Hoheitsrechte aufgehoben und Büdesheim in die Französische Republik eingegliedert. Auf dem Wiener Kongress 1816 fand die Neuverteilung unseres Gebietes statt und Büdesheim ging mit den anderen Orten Rheinhessens in den Besitz des Großherzogtums Hessen über. Die Gemarkung mit rund 3.600 Morgen  wurde im Laufe des letzten Jahrhunderts stark vermindert. Drei Bahnlinien, Autostraßen und Ortsteilerweiterung trugen auch dazu bei, dass die Weinanbaufläche ca. 1000 Morgen zurückging. Mit fast 7.000 Einwohnern ist Büdesheim heute der größte und schönste Stadtteil Bingens, in dem es sich zu leben lohnt. Versuchen Sie (es), die spannende über 2000jährige Geschichte Ihres Stadtteils kennen zu lernen, die „Byrtze“ hilft Ihnen dabei.

 

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